Europäisches Forschungsprojekt Communicare will die Kommunikationsfähigkeiten von Pflegenden verbessern

Unter der Leitung des Wohlfahrtswerks wird an virtuellen Trainings gearbeitet

Durch die Corona-Pandemie wurden die Entwicklungen im Bereich des E-Learnings beschleunigt.
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Gute Kommunikationsfähigkeiten der Pflegenden im Alltag tragen zum Wohlbefinden der Bewohner oder zuhause Gepflegten bei.

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So sind generell mehr Geräte zur Nutzung digitaler Angebote im Einsatz und die Kompetenzen zur Nutzung sind gestiegen. Auch Angehörige von Menschen, die über ambulante Dienste oder im Pflegeheim versorgt werden, können auf diesem Weg nun oftmals besser erreicht werden. Virtuelle Trainingskurse zu Pflegethemen stellen daher eine zukunftsweisende Weiterbildungsmöglichkeit dar – sowohl für Fachpersonal als auch im privaten Umfeld. Das europäische Projekt Communicare entwickelt unter der Leitung des Wohlfahrtswerks für Baden-Württemberg eine digitale Lernplattform, die sich dem Thema „Kommunikation“ in der Pflege widmet.
 
Zur Steigerung der Lebensqualität ist es für gepflegte Personen wichtig, dass ihre Wünsche und Bedürfnisse von den Pflegenden verstanden werden. Für Angehörige wie für Fachkräfte lohnt es sich daher gleichermaßen, ihre Kommunikationsfähigkeiten zu trainieren. Das wird umso wichtiger, wenn die Bedingungen erschwert sind, beispielsweise beim Gepflegten die Hörfähigkeit eingeschränkt ist oder eine dementielle Erkrankung vorliegt.  Genau hier setzt Communicare an: Ziel des Projekts ist es, mit der Trainingsplattform für alle an der Pflege Beteiligten eine gute Unterstützung zu bieten, um in der Kommunikation sicherer zu werden und sich mit anderen über die eigenen Erfahrungen austauschen zu können.

Praxisnah entwickelt und erprobt

Im ersten Schritt untersucht das Forschungsteam Faktoren, die für das Gelingen der Kommunikation im Alltag entscheidend sind. Interviews mit Pflegenden und eine breite Auswertung der Fachliteratur bilden die Grundlage für das weitere Projekt.

Im zweiten Schritt geht es bei Communicare um die konkrete Entwicklung von Trainingsmöglichkeiten: Typische Alltagssituationen werden definiert und unterschiedliche Reaktionsmöglichkeiten mit deren Wirkung aufgezeigt. Beispiele demonstrieren, wie gute Kommunikation mit der gepflegten Person aussehen kann. Daraus entstehen Aufgabenstellungen und Materialien, die auf einer E-Learning-Plattform eingestellt werden. Ein Forum zum Austausch der trainierenden Nutzer ist ebenfalls vorgesehen, um das Potenzial zur Selbsthilfe zu unterstützen.

Die Funktionalität und Akzeptanz der Plattform gilt es zunächst zu testen und zu optimieren, bevor sie einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Dabei ermöglicht es der europäische Rahmen des Projekts, vielfältige Erfahrungen aus den beteiligten Ländern einfließen zu lassen: Die Evaluationsphase wird in Deutschland, Österreich, Italien und Griechenland mit unterschiedlicher Akzentsetzung auf Fachpersonal oder pflegende Angehörige durchgeführt.

Die E-Learningplattform wird zum Projektabschluss 2023 veröffentlicht.

Das Projekt Communicare wird im Rahmen des Programms Erasmus+ gefördert und läuft drei Jahre bis zum Sommer 2023.

Die Projektpartner und ihre Steuerungsfunktionen:

Link zum Projekt Communicare

Ihre Ansprechpartnerinnen

Sonja John

Sylvia Rizvi

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