Wie kam es dazu, dass du Co-Teamer beim Wohlfahrtswerk wurdest?
Nachdem ich schon selbst als Bufdi die Seminare des Wohlfahrtswerks (WW) besuchte und mir das auch immer viel Freude bereitete, sprach mich meine ehemalige Seminarleitung darauf an, ob ich nicht Lust hätte als Co-Leitung einzusteigen. Da ich mich zu diesem Zeitpunkt mitten im Studium befand, war ich zwecks der „Doppelbelastung“ erstmal skeptisch. Zum Glück ließ das WW aber nicht locker. Als ich dann auf dem Ehemaligen-Treff im März 2020, dem letzten Event vor dem Lockdown, nochmal darauf angesprochen wurde, konnte ich mich, überwältigt von der Stimmung und 1-2 Bier, dann doch davon überzeugen lassen. Bereut habe ich diese Entscheidung, trotz Corona und Online-Seminaren, aber keine Sekunde! Das Jahr ist zwar noch nicht ganz vorbei, doch dass sich meine Meinung dazu nochmal ändert, wage ich zu bezweifeln.
Was hast du bisher als Co-Teamer erlebt?
Puh, darüber könnte ich wahrscheinlich jetzt schon ein Buch schreiben… Das würde dann von einem geordneten Start mit einem Online-Einführungstag, über ein minimal chaotisches Kennenlernseminar (aber in Präsenz) und mittlerweile drei Mal gewechselter Hauptleitung handeln. Allerdings gäbe es auch genug zu lachen, wenn ich an eine Macarena-tanzende Seminargruppe denke, meine Tätigkeit als lebender Wecker oder auch die Online-Spielabende. Und auch die eingeladenen Referent*innen, die durchgeführten Projekte oder angeleiteten Methoden haben meine Erfahrung erweitert und vertieft. Eins lässt sich auf jeden Fall festhalten: langweilig wird es beim WW nicht!
Was sind deine Aufgaben?
Als Co-Teamer bin ich vor allem für die Begleitung und Durchführung der Seminarwochen zuständig. Dort unterstütze ich die Hauptleitung in der Umsetzung von Programminhalten und übernehme selbst verschiedene Moderationen oder leite Übungen an. Natürlich gibt es auch um die Seminarwoche herum allerlei Tätigkeiten: Vor- und Nachbereitung der Seminare, Verfassen von Feedback für die Referent*innen oder Nachfragen der Teilnehmer*innen beantworten. Das alles geschieht aber meist in enger Absprache mit der Hauptleitung, an die ich mich auch immer mit Rückfragen wenden kann. Alles in allem kann ich so meinem Studium immer noch gut nachkommen und gleichzeitig neue Erfahrungen sammeln.
Welche Voraussetzungen muss man als Co-Teamer*in mitbringen?
Wie die Tätigkeitsbezeichnung schon erahnen lässt, ist Teamfähigkeit wohl die Grundvoraussetzung für diesen Job. Ohne die geht’s nicht, da eine gut abgestimmte Kommunikation zwischen der Leitung entscheidend für die Seminarqualität ist. Glücklicherweise habe ich beim WW bisher nur Mitarbeitende kennengelernt, mit denen die Teamarbeit super funktioniert. So ist es, egal mit wem man arbeitet, immer wieder eine neue Erfahrung und mehr Chance als Herausforderung.
Ansonsten schadet es nicht gut organisiert zu sein, um bei aufkommenden Chaos nicht den Überblick zu verlieren. Und wenn man dann noch Freude daran hat, andere Menschen kennenzulernen und mit diesen zu arbeiten, dann ist man hier genau richtig.
Was hat dich überrascht?
Mich hat vor allem überrascht, wie viel organisatorischer Aufwand hinter den ganzen Seminaren steckt. Als Teilnehmer habe ich die Wochen zwar auch schon als sehr strukturiert erlebt, da hatte man aber immer wieder Zeit für sich. Das ist in der Rolle als Co-Leitung nicht mehr ganz der Fall, da ist man wirklich 24/7 im Einsatz. Man ist eben Ansprechperson Nr. 1 (oder 2) für alle Problem(chen), die in so einer Woche auftauchen. Der Spaß kommt aber trotzdem nicht zu kurz!
Was muss immer mit aufs Seminar?
Man sollte definitiv noch eine Mütze Schlaf vom vorherigen Wochenende im Gepäck haben, da dieser auf den Seminarwochen eher Mangelware ist. Ansonsten viel Flexibilität und Offenheit für neue Erfahrungen.
Außerdem sind Süßigkeiten, der nicht ganz so geheime Geheimtrick, um die Gruppe und sich selbst bei Laune zu halten.
Was motiviert dich?
In Bezug auf meine Arbeit beim WW motiviert mich vor allem, dass ich die Chance habe, fünf Wochen das Leben vieler junger Erwachsener mitzugestalten und dabei auf deren Bedürfnisse und Wünsche einzugehen. Es würde mich freuen, wenn alle auch noch in 20 Jahren gerne an die Zeit auf den Seminaren zurückdenken und damit positive Erinnerungen assoziieren. Gerade in diesem von der Pandemie geprägten Jahr ist das gar nicht so einfach. Aber ich habe den Anspruch, dass es letztendlich dennoch für alle ein Jahr werden soll, an das sie sich gerne erinnern. Und diese Motivation reißt auch nicht ab, da es ja jedes Jahr einen neuen Jahrgang gibt, dem man das bieten möchte.
Was ist das beste bei einem Einsatz als Co-Teamer?
Das Beste an der Tätigkeit als Co-Teamer ist für mich, dass man während den Seminaren eine Gruppe betreut, die aus so unterschiedlichen Menschen besteht. Die dadurch zustande kommende Vielfalt belebt meinen eigenen Alltag extrem. Es macht mir sehr viel Freude andere Lebensentwürfe und Arbeitsalltage kennenlernen zu dürfen. Diese Freude teile ich wahrscheinlich mit den meisten Freiwilligen selbst und sie sind auch der große Mehrwert auf den Seminaren. Zusätzlich kann ich aber als Co-Leitung auch bei vielen auftretenden Problemen beratend zur Seite stehen und helfen, den Alltag der Freiwilligen in ihren Einsatzstellen zu reflektieren. Es ist eine großartige Chance und Erfahrung in diese Rolle schlüpfen zu dürfen.
Was würdest du anderen raten, die sich für einen Einsatz als Co-Teamer*in interessieren?
Traut euch! Macht einfach! Auch ich hatte zu Beginn tausende Zweifel darüber, ob ich das wirklich gut kann, dazu geeignet bin oder wie ich mit so einer großen Gruppe zurechtkommen soll. Aber gegen diese Zweifel hilft nur eins: Ausprobieren. Nur Vorsicht, wer einmal beim WW angefangen hat, will nicht mehr aufhören!

