
Praxisanleitende nehmen im Rahmen der Ausbildung zur Pflegefachkraft eine besondere Rolle ein: Sie haben die Aufgabe, berufspraktisches Wissen so zu vermitteln, dass Auszubildende dieses verstehen und zuverlässig anwenden können. Dabei müssen häufig Sprachbarrieren überwunden werden, die aufgrund eines Migrationshintergrunds bestehen. Im Modellprojekt „SprachlernPraxisPflege“ sollen Praxisanleitende dazu in ihren sprach- und berufspädagogischen Handlungskompetenzen qualifiziert und gestärkt werden. Diese zielen darauf, die sprachlichen und kommunikativen Fähigkeiten von Lernenden mit Migrationshintergrund gezielt zu fördern und somit einen zusätzlichen Beitrag zum erfolgreichen Bestehen der Ausbildung zu leisten. Das Modellprojekt knüpft an die Erfahrungen an, die das Bildungszentrum Wohlfahrtswerk mit vorausgegangenen Projekten zum integrierten Sprachenlernen in der Ausbildung gesammelt hat (vgl. AiS (Link) und FiVo (Link).
Im Rahmen von 6 Workshops erhalten die teilnehmenden Praxisanleitenden Impulse aus Sprachforschung, Berufspädagogik und Lernforschung. In den Zeiträumen dazwischen wenden sie dieses Wissen im Rahmen eines individuell gewählten Praxisprojekts mit ihren Auszubildenden an. Im Zentrum steht dabei die eigene Reflexion über die Anforderungen an sprachsensibles Lernen und den Umgang damit: Die Praxisanleitenden schärfen ihr Bewusstsein für Situationen mit großen sprachlichen Herausforderungen für die Auszubildenden und entwickeln Wege, sie nach ihren Bedürfnissen zu unterstützen. Die in den Workshops vermittelten Methoden und Kompetenzen werden dabei angewendet und überprüft. Im nächsten Workshop erfolgt der Austausch mit Kollegen und Experten darüber, inwieweit die gewählten Handlungen zielführend waren oder wie sie weiterentwickelt werden können.
Finanziert durch das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration aus Landesmitteln, die der Landtag von Baden-Württemberg beschlossen hat.
Dezember 2025 - Dezember 2026