KommmiT: Mehr digitale Kompetenz für ältere Menschen in Stuttgart

Wegweisende Verbindung von Technik und Pädagogik entwickelt

Nach fünf Jahren intensiver Arbeit feierte das Verbundprojekt „KommmiT“ („Kommunikation mit intelligenter Technik“) unter der Federführung des Wohlfahrtswerks seinen Abschluss. Ziel war es, in der Kommune Lösungen zu entwickeln und zu erproben, mit denen Senioren den Anschluss an die digitale Welt schaffen können. Das Projekt wurde von neun Partnern umgesetzt und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

„Ältere Menschen in Stuttgart, die keinerlei Anwendungserfahrung mit digitalen Kommunikationsmöglichkeiten haben, konnten erfolgreich an die Technik herangeführt werden“, erklärt Ingrid Hastedt, Vorstandsvorsitzende des Wohlfahrtswerks. „Digitale Kompetenz ist ein Schlüssel zu mehr gesellschaftlicher Teilhabe und unterstützt beim Wunsch, lange in der eigenen Häuslichkeit wohnen zu bleiben. Das Projekt KommmiT widmete sich daher einer wichtigen gesellschaftlichen Aufgabe.“

Neue Ideen erfolgreich umgesetzt

Im ersten Schritt wurde eine besondere Benutzeroberfläche für Tablets entwickelt: Nur wenige Funktionen und besonders große Schaltflächen sollten dazu beitragen, dass Anfänger sich leicht mit dem Tablet zurechtfinden. Interessierte Senioren wurden vom Projekt-Team mit den Geräten ausgestattet. Für einen gelungenen Einstieg bedurfte es zudem einer pädagogisch durchdachten Einweisung.

Darauf lag der zweite Akzent des Projekts: Ein Peer-to-Peer-Ansatz „von Älteren für Ältere“ wurde entwickelt. Dabei gingen die Projekt-Partner in Stuttgart auf die Suche nach Ehrenamtlichen. Diese wurden zu „Begleitern“ ausgebildet, um dann selbst wiederum ältere Technikunerfahrene in die Bedienung der Tablets einzuführen. Die mehr als 120 Begleiter waren im Durchschnitt 68 Jahre alt, die rund 230 Teilnehmer im Durchschnitt 76 Jahre.

Umfassende persönliche Beratung

Zusammen mit ihrem Begleiter lernten die Teilnehmer wie man das Tablet nach den eigenen Interessen nutzen kann: Von der Wetter-App zum Video-Chat war alles möglich. Ergänzt wurde die persönliche  Beratung durch Projektmitarbeiter im  lokalen „ServiceBüro“ im „treffpunkt 50plus“ sowie im mobilen „Beratungshäusle“ des Wohlfahrtswerks, das an wechselnden Standorten in der Stadt unterwegs war. Für die Teilnehmer war insbesondere die „Techniksprechstunde“ ein gern genutztes Angebot für ihre Fragen: Hier wurde beispielweise erklärt, wie man eine App auf das Gerät lädt und anwendet.

Corona mit Hilfeplattform begegnet

Während der Kontaktbeschränkungen durch Corona zeigte sich deutlich, wie entscheidend es sein kann, eine E-Mail-Nachricht zu versenden oder eine Einkaufshilfe online zu finden. Im Rahmen von KommmiT wurde mit den ausgegebenen Tablets die technische Infrastruktur dafür sichergestellt. Mit einer neu programmierten Hilfeplattform wurden Hilfesuchende und Hilfebietende in der Stadt zusammengebracht. Die kostenfreien Angebote kamen von hilfsbereiten Stuttgartern, während KommmiT-Mitarbeiter beratend zwischen den Parteien vermittelten.

Ergebnisse für die Zukunft

Das Projekt wirkt auch nach Abschluss weiter: Interessierte finden alle Informationen sowie die Lernmaterialien im Internet unter www.kommmit.info. Für Kommunen gibt es zudem Handlungsempfehlungen für vergleichbare Vorhaben. Denn nach wie vor ist das Anliegen, ältere Menschen in das „digitale Leben“ zu integrieren, ungebrochen aktuell.

Die Projektpartner

Wohlfahrtswerk für Baden-Württemberg, Stuttgart

Universität Heidelberg, Psychologische Alternsforschung, Heidelberg

FZI Forschungszentrum Informatik, Karlsruhe

Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg, Stuttgart

Landeshauptstadt Stuttgart

Stiftung MedienKompetenz Forum Südwest (MKFS), Ludwigshafen

nubedian GmbH, Karlsruhe

treffpunkt 50plus/Evangelische Landeskirche in Württemberg, Stuttgart

Unitymedia, Köln (bis Februar 2020)

 

Projektlaufzeit: November 2015 bis September 2020

Preise: Auszeichnung mit dem goldenen Internetpreis 2019

Weitere Informationen zum Projekt: www.kommmit.info

Ihre Ansprechpartnerinnen

Sonja John

Annette Maske

Anja Wieland

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