Das Wohlfahrtswerk ist in das Förderprogramm „360° Pflege – Qualifikationsmix für den Patienten – in der Praxis“ der Robert Bosch Stiftung GmbH aufgenommen worden

Das Praxisprojekt des Wohlfahrtswerks schafft einen Einsatzort für akademisch ausgebildete Fachkräfte in der ambulanten Pflege: Als „360° Coaches“ begleiten sie die Touren und gleichen Versorgungsqualität und Qualifikationsbedarf der Mitarbeitenden ab.
eine Frau und ein Mann steigen in ihr weiß-grünes Dienstauto

„360° Coach“ Brigitte Rechert begleitet den Stellvertretenden Pflegedienstleiter Jörg Alt vom ambulanten Dienst der Else-Heydlauf-Stiftung.

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Diese werden dabei nicht nur sicherer in ihren Aufgaben, sondern erhalten auch Impulse für ihren Weiterqualifizierungsbedarf anhand ihrer Stärken. Das übergeordnete Ziel ist, für den Nutzer Verbesserungen in der Pflege erreichen.

Das Projekt „Qualifikationsmix mit 360° Pflege Coaches“ läuft im Rahmen des von der Robert Bosch Stiftung GmbH aufgesetzten Förderprogramms „360° Pflege – Qualifikationsmix für den Patienten – in der Praxis“ bis Ende 2021. Es untersucht wie der Qualifikationsmix unter Einbindung akademischer Pflegefachkräfte in der täglichen Pflegepraxis gelingen kann. Dabei geht es um ein aufgaben- und kompetenzgerechtes Zusammenspiel im Rahmen der Touren des ambulanten Dienstes der Else-Heydlauf-Stiftung im Stuttgarter Norden. Übergeordnetes Ziel ist eine Verbesserung der Pflegequalität durch den Transfer des theoretischen Wissens aus der akademischen Ausbildung in die Praxis.

Akademiker als Coach einsetzen

Im Wohlfahrtswerk wurde für das Projekt die Funktion von „360° Coaches“ geschaffen, die von Mitarbeitenden mit Pflegestudium wahrgenommen wird. Sie begleiten die Pflegekräfte der „Mobilen Dienste Wohlfahrtswerk an der Else-Heydlauf-Stiftung“ und bringen sich in den gesamten Pflegeprozess von der Auftragsklärung über die praktischen Maßnahmen bis hin zur Evaluation ein. „Die Pflegekräfte können während der Pflege der Nutzer direkt in der Häuslichkeit angeleitet werden, was zur Verbesserung der Versorgung unmittelbar beiträgt“, erklärt Andreas Haslinger, beim Wohlfahrtswerk zuständig für das Projekt. „Durch die Begleitung der Touren wird auch der Bedarf an pflegerischer Hilfe beim Nutzer überprüft.“ Weiterhin untersuchen die Coaches die Organisationsstrukturen des ambulanten Dienstes: Sie betrachten, ob die Mitarbeitenden für das zu bewältigende Aufgabenspektrum gut gerüstet sind und erarbeiten Vorschläge für Verbesserungen.

Qualifizierungsbedarf ermitteln

Im Rahmen der Touren-Begleitung ermitteln die "360° Coaches" zusammen mit dem jeweiligen Mitarbeiter den individuellen Qualifizierungsbedarf. Die abgeleiteten Fortbildungsmaßnahmen werden weitgehend über das Bildungszentrum des Wohlfahrtswerks abgedeckt. Darüber hinaus werden Mitarbeitenden Entwicklungschancen aufgezeigt. „Für die Mitarbeitenden ist die persönliche Weiterentwicklung entsprechend ihrer Stärken ein wichtiger Motivationsfaktor für die langfristige Bindung an den Beruf“, erklärt Andreas Haslinger. „Der im Projekt angestrebte Wissenstransfer durch die Coaches kommt damit Nutzern und Mitarbeitenden gleichermaßen zugute.“

Else-Heydlauf-Stiftung beteiligt

Das Projekt wird im ambulanten Dienst der Else-Heydlauf-Stiftung – einer Pflegeeinrichtung des Wohlfahrtswerks mit breitem Leistungsspektrum – umgesetzt. Dieser ist in drei Stuttgarter Stadtteilen aktiv. Dabei kommen Mitarbeitende in den Bereichen Pflege, Hauswirtschaft und Sozialer Dienst zum Einsatz. Das Projekt konzentriert sich auf 26 Personen, die in der Pflege tätigt sind: Fachkräfte, Hilfskräfte, Auszubildende und Pflegfachpersonen auf 450-Euro-Basis. Gemeinsam erbringen sie Leistungen für rund 290 Personen mit Assistenz- oder Pflegebedarf.

Akademiker an die Pflegepraxis binden

In den ambulanten Diensten des Wohlfahrtswerks fehlt bisher ein Funktionsprofil zur Einbindung von Pflegeakademikern in der direkten Versorgung. „Pflegeakademiker sind beim uns vor allem in Führungspositionen, in der Praxisanleitung und bei einrichtungsübergreifenden Aufgaben der Organisationsentwicklung tätig. Die Preispolitik der Pflegekassen und der Finanzierungsdeckel der Pflegeversicherung haben in der Vergangenheit keinen Spielraum für solche Weiterentwicklungen gegeben“, erklärt Ingrid Hastedt, Vorstandsvorsitzende des Wohlfahrtswerks. „Außerdem müssen Einsatzfelder für Pflegeakademiker in der häuslichen Pflege noch in den Tarifverträgen verankert werden – nur so lässt sich die Weiterentwicklung des Personalmix nachhaltig umsetzen.“


Weitere Informationen unter:

www.bosch-stiftung.de/360-grad-pflege

 

Das Wohlfahrtswerk für Baden-Württemberg

Das Wohlfahrtswerk für Baden-Württemberg ist eine Stiftung des bürgerlichen Rechts und wurde 1817 von Königin Katharina von Württemberg gegründet. An 19 Standorten in Baden-Württemberg betreibt die Stiftung Pflegeheime und Seniorenwohnanlagen. Dazu kommen ambulante Dienste, mobile Essensdienste sowie ein eigenes Bildungszentrum. Mit über 1.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern pro Jahrgang ist das Wohlfahrtswerk einer der größten Träger des Freiwilligen Sozialen Jahrs (FSJ) und des Bundesfreiwilligendienstes (BFD) in Baden-Württemberg.

 

Ihre Ansprechpartnerinnen

Sonja John

Sylvia Rizvi

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