200 Jahre Wohlfahrtswerk

 

 

 

Glückwünsche zum Jubiläum

 

Lesen Sie HIER die Glückwünsche unserer prominenten Gratulanten.

 

 

Festakt zum 200. Jubiläum

Gäste aus Altenhilfe, Gesellschaft und Politik feiern den Auftrag „Hilfe zur Selbsthilfe“

Das neue Jahr 2017 hat für das Wohlfahrtswerk für Baden-Württemberg mit einer besonderen Veranstaltung begonnen: Rund 250 Gäste feierten am 9. Januar in der Sparkassenakademie in Stuttgart ein ganz besonderes Jubiläum: Fast auf den Tag genau 200 Jahre zuvor hatte Königin Katharina von Württemberg die „Zentralleitung des Wohltätigkeitsvereins“ gegründet, aus der später das Wohlfahrtswerk hervorging. Zu den Gästen der Festveranstaltung zählten auch Vertreter der Politik wie die beiden Stuttgarter CDU-Bundestagsabgeordneten Karin Maag und Dr. Stefan Kaufmann sowie die Stuttgarter Schulbürgermeisterin Isabel Fezer, die bis Sommer 2016 das Ressort Soziales verantwortete. 

Sozialminister Lucha würdigte die Arbeit des Wohlfahrtswerks

Nach der Begrüßung durch Dr. Rolf Hoberg, Vorsitzender des Aufsichtsrats, sprach Manfred Lucha zu den Gästen. Der Minister für Soziales und Integration gab zu, dass er diesen Termin gerne wahrnehme: „Es ist für mich ein guter Auftakt im neuen Jahr, dass man einem so innovativen, historisch richtigen Projekt wie dem Wohlfahrtswerk zu 200 Jahren gratulieren kann.“ Seine Botschaft an das Wohlfahrtswerk und die Mitarbeiter in den Einrichtungen lautete: „Sie übernehmen Verantwortung für Menschen und Sie wissen, was die Menschen wirklich brauchen.“  Dieses Wissen, so der Minister, wolle er bei neuen Projekten zur Quartiersentwicklung und zur Stärkung der häuslichen Pflege gerne nutzen. Ein zweiter Aspekt, den er in seinem Grußwort hervorhob, war die innovative Philosophie von Königin Katharina: Ihr Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“, Betroffene zu Beteiligten zu machen und jeden Menschen dort mitzunehmen, wo er gerade steht, sei heute die Basis bürgerschaftlichen Engagements.

Interessantes Buch zur Geschichte präsentiert 

Ein erster Höhepunkt der Jubiläumsfeier war die Präsentation des Buches „Hilfe zur Selbsthilfe – 200 Jahre Wohlfahrtswerk für Baden-Württemberg“ (erschienen im Nomos-Verlag), das die bewegte Geschichte des Wohlfahrtswerks fundiert beschreibt. Herausgeberin Prof. Sabine Holtz vom Historischen Institut der Universität Stuttgart (Abteilung Landesgeschichte) gab in ihrem Vortrag einen kompakten Überblick

über die einzelnen Epochen bis heute, wo der Altenhilfeträger mit 1.400 Mitarbeitern auch ein bedeutender Arbeitgeber im Lande ist. Anschließend ging ein Dank an das gesamte Autorenteam und Dr. Armin Tschermak von Seysenegg als Koordinator des Buchprojektes. 

Prof. Kruse: „Engagement für das Gemeinwohl schafft Werte“

Den zentralen Festvortrag hielt Prof. Andreas Kruse, Direktor des Instituts für Gerontologie an der Universität Heidelberg, Mitglied des Ethik-Rats der Bundesregierung und einer der führenden Altersforscher in Europa. Sein Thema lautete „Hilfe zur Selbsthilfe in der heutigen Zeit – Ethische Implikationen und Formen der Umsetzung“. Der Experte hielt ein leidenschaftliches Plädoyer für eine Bürgergesellschaft, in der Gemeinwohl und Verantwortung im öffentlichen Raum von allen Menschen gelebt werden sollten. „Ein Bekenntnis zu jenen Menschen, die nicht viel haben oder alt sind, ist auch ein Bekenntnis zur Demokratie“, so Prof. Kruse. Er forderte außerdem – wie auch die anderen Redner in Stuttgart –, dass die bewährten Strukturen in der Altenhilfe, bestehend aus hauptamtlichen Kräften und Ehrenamtlichen, bewahrt und ausgebaut werden müssten.

Satzung des Wohlfahrtswerks von 1972 hochaktuell

 

Jeder Bürger und vor allem jeder junge Mensch, der sich freiwillig engagiere, erfahre eine Selbstbesinnung auf Werte und schaffe einen Beitrag für ein eigenes fundiertes Leben. Diese geteilte Verantwortung hat Kruse auch in der Satzung des Wohlfahrtswerks von 1972 entdeckt. Schon damals wurden, in bemerkenswerter Voraussicht, Aufgaben wie (Wohn-)Innovationen, Bildung/Ausbildung und die Förderung junger Menschen als Stiftungszwecke definiert. Felder, die das Wohlfahrtswerk nach wie vor sehr erfolgreich bearbeitet und dafür regelmäßig Auszeichnungen erhält.

Ausblick: Hilfe zur Selbsthilfe immer neu definieren

Was bringt die Zukunft? Ihre Überlegungen zu dieser Frage teilte Ingrid Hastedt, Vorstandsvorsitzende des Wohlfahrtswerks, in ihrer Schlussrede mit dem Publikum. Mithilfe der langjährigen Erfahrungen, der nötigen Ruhe, mit Kraft und in Zusammenarbeit mit anderen Trägern gehe man verschiedene Themen an: so zum Beispiel neue Pflegeheimangebote mit häuslichem Charakter und mehr Wahlmöglichkeiten von Leistungen, die Aufhebung der Trennung zwischen ambulant und stationär, mehr individuelle Einzelbetreuung (24h) sowie die Gewinnung von jungen Menschen und „jungen Senioren“ für die Freiwilligendienste. Ihre „Mission“ an die Stiftung und die Mitarbeitenden definierte sie so: „Wir müssen passgenaue Angebote entwickeln, damit alte Menschen zu Hause bleiben können. Wir müssen Hilfe zur Selbsthilfe immer neu definieren und Leistungen am Individuum ausrichten.“

Sparkassenakademie: passender Ort für das Jubiläum

 

Die neue Sparkassenakademie beim Stuttgarter Hauptbahnhof war ein würdevoller Rahmen für das besondere Jubiläum. In den großzügigen Sälen kamen die Gäste beim Büfett, an Tischen und Stehtischen schnell miteinander ins Gespräch. Und immer wieder hörte man, dass auch über Katharina von Württemberg gesprochen wurde. Die kluge und soziale Monarchin hätte an diesem Festakt mit Sicherheit auch ihre Freude gehabt, zumal die erste württembergische Sparkasse ebenfalls von ihr initiiert wurde.