Abgeschlossene Forschungsprojekte KommmiT - Kommunikation mit intelligenter Technik

Das Projekt KommmiT

Im Rahmen des Projekts KommmiT (Kommunikation mit intelligenter Technik) hat das Wohlfahrtswerk eine spezielle App für Senioren entwickelt, mit deren Hilfe sie sich digital und einfach zu Angeboten in ihrem Stadtviertel informieren, Kontakte pflegen und Dienstleistungen beauftragen können. Das KommmiT-Büro in Stuttgart stand dabei älteren Menschen zur Seite, die bislang wenig Erfahrung mit Computer und Internet hatten, und brachte Interessenten mit gleichaltrigen Ehrenamtlichen zusammen, die im Umgang mit einem Tablet-Computer und der App schulten.

Unterstützung beim Umgang mit der Technik können Senioren auch vom ersten Digitalen Servicehelfer erhalten. Hier erfahren Sie mehr.

Das Projekt KommmiT wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Es erhielt den Zuschlag im Rahmen des Demografiewettbewerbs „Innovationen für Kommunen und Regionen im demografischen Wandel“ (InnovaKomm).
Technik- und Medienkompetenzen helfen dabei, Teilhabe und Selbstbestimmung auch im Alter aufrechtzuerhalten. Der Zugang zur digitalen Welt stellt ältere Menschen ohne entsprechende Technikerfahrung allerdings nicht selten vor große Herausforderungen, für die sie Unterstützung benötigen.

Tablet-Schulung KommmiT
Senioren greifen auf die Hilfeplattform zu


Ziel des Projekts KommmiT war es, ein Service-Netz zur Stärkung der Teilhabe und der Medienkompetenzen von Senioren zu entwickeln. Das Service-Netz basierte auf zwei Säulen: einem lokalen Servicebüro und einem digitalen Tablet-App-System. Über das Servicebüro wurden insbesondere ältere Menschen angesprochen, die alleine leben und lediglich über ein kleines soziales Netzwerk verfügen, aber auch ältere Menschen mit türkischem Migrationshintergrund.

Bürgerschaftlich engagierte Senioren fungierten als Alltags- und Technikassistenten, die die Technik erklärten und auf Augenhöhe mit der Zielgruppe kommunizierten. Über das Tablet-App-System wurden Zugänge zu Dienstleistungen in den Bereichen Wohnen, Mobilität und Pflege ermöglicht. Eine besondere Herausforderung bestand darin, das Interaktionskonzept passgenau zu personalisieren. So sollten beispielsweise Texte bei Bedarf automatisch vorgelesen oder ins Türkische übersetzt werden.

Mit Blick auf eine spätere Übertragung des Service-Netzes auf andere Regionen, wurde ein "Transfer-Koffer" erarbeitet, der Interessierten zum kostenlosen Download auf der Projekthomepage zur Verfügung steht. Der Projektverbund steht für individuelle Anfragen zur Verfügung und unterstützt beratend.

Projekthomepage

Hilfeplattform vernetzt Senioren und Engagierte in Zeiten von Corona

Gerade Senioren brauchen in Zeiten von Corona besonders Unterstützung, zum Beispiel jemanden, der für sie Besorgungen übernimmt, den Hund ausführt oder einfach zum Reden da ist.

Die neue digitale Hilfeplattform hilfeplattform.wohlfahrtswerk.de ermöglicht ab sofort auch ehrenamtlich oder bürgerschaftlich Engagierten Zugang, so dass sie ihre Hilfe direkt über eine Plattform anbieten können, die von Senioren genutzt wird. Die älteren Menschen, die an KommmiT teilnehmen, und jetzt neu sogar alle Stuttgarter Senioren können ihren Unterstützungsbedarf in Zeiten von Corona bequem auf die Plattform einstellen lassen. Die älteren Menschen nehmen einfach telefonisch oder per E-Mail Kontakt zum Team des „Wohlfahrtswerk Beratungshäusle“ auf, das ihre Anliegen auf der Hilfeplattform einstellt. Engagierte Bürger haben ebenfalls die Möglichkeit, sich beim Team zu melden und erreichen die Zielgruppe so direkt.

Das Team des „Wohlfahrtswerk Beratungshäusle“ vernetzt dann Hilfesuchende und Hilfebietende und steht für Fragen zur Verfügung. So ermöglicht die neue Plattform schnellen Kontakt und verknüpft Angebot und Nachfrage. Das Wohlfahrtswerk achtet zudem auf Seriosität und Einhaltung hygienischer Standards und bietet Beratung unter der Telefonnummer 0711 / 621 721 an.

KommmiT Online-Abschlussveranstaltung

Sie interessieren sich für das Projekt und unsere Erfahrungen aus fünf spannenden Jahren? Dann schauen Sie sich unsere Online-Abschlussveranstaltung an!

Freuen Sie sich auf Grußworte der Projektpartner, unter anderem der Stadt Stuttgart und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, und interessante Erfahrungsberichte von KommmiT-Begleitern und –Nutzern.

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

November 2015 - Oktober 2020

Mehr erfahren Sie im Video

Broschüren und weitere Informationen

Das Projekt KommmiT in Stuttgart wurde am 28. Oktober 2019 mit dem Goldenen Internetpreis in der Kategorie „Kommunen und Quartiere für Ältere“ ausgezeichnet, weil es in besonderer Weise die soziale und digitale Teilhabe von älteren Menschen stärkt.

Das Projekt und seine Förderer

Projekt KommmiT
project

Projektpartner

Wohlfahrtswerk für Baden-Württemberg, Stuttgart

Konzeption und Betrieb des KommmiT ServiceBüros, Entwicklung medienpädagogisches Konzept und von Geschäftsmodellen, Konsortialführer

Universität Heidelberg, Psychologische Alternsforschung

Wissenschaftliche Begleitstudie und Evaluation

FZI Forschungszentrum Informatik

Entwicklung Modulare App und Anbieterplattform, Evaluationskonzept

Landesanstalt für Kommunikation Ba-Wü

Federführung für Entwicklung Medienpädagogisches Konzept & Stufenkonzept der App, Durchführung von Schulungen

Landeshauptstadt Stuttgart

Konzeption und Betrieb des ServiceBüros, Entwicklung vom Medienpädagogischen Konzept und von Geschäftsmodellen

Stiftung MedienKompetenz Forum Südwest

Federführung für Entwicklung Medienpädagogisches Konzept und Stufenkonzept der App, Durchführung von Schulungen, Unterstützung bei Technikfragen

nubedian GmbH

Entwicklung der Verwaltungsplattform, Entwicklung von Geschäftsmodellen

treffpunkt 50plus / Evang. Landeskirche in Württemberg

Konzeption und Betrieb des ServiceBüros, Entwicklung Medienpädagogisches Konzept, Durchführung von Schulungen

unitymedia

Technische Anbindung der Haushalte ans Internet, Entwicklung von Geschäftsmodellen

Beteiligte Einrichtungen

Projektleitung

Veit Walter

Projektkoordination

Elisa Calarota
Mareike Drescher