Abgeschlossene Forschungsprojekte GeniAAL - ein Projekt zur Entwicklung von berührungsloser Gestensteuerung für technische Assistenzsysteme

Technische Assistenzsysteme in der Pflege oder im Krankenhaus mit Gesten statt mit Berührung zu steuern war das Ziel dieses Projektes. Eine Sensorleiste mit mehreren Kameras sollte dabei eine Person, ihre Haltung und Gesten erkennen und darauf reagieren.

So könnte es beispielsweise genügen, wenn ein älterer Mensch, der Hilfe benötigt einfach winkt. Die Kamera sollte die Geste erkennen und einen Notruf aktivieren.

Wo steht die gestenbasierte Computerinteraktion drei Jahre nach Markteinführung der Sensorleiste Kinect von Microsoft? Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung wurden mehrere Projekte initiiert, die das Potential der neuen Benutzerschnittstelle in praxisnahen Anwendungen, insbesondere in der Pflege und Produktpräsentation, ergründen und umsetzen sollten.

Anlässlich des Projektabschlusses der praxisnahen Förderprojekte GeniAAL und MTTS wurden u.a. die spannenden Ergebnisse der Öffentlichkeit auf der Fachveranstaltung "Gestensteuerung im Alltag - Ergebnisse und Erkenntnisse aus Forschung und Praxis" am 04.12.2013 präsentiert.

Neue Technologien und soziales Umfeld miteinander zu verbinden, war Ziel eines Forschungsprogramms, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit über 45 Millionen Euro gefördert wurde. Unter dem Motto "Ambient Assisted Living" (AAL) ging es darum, "altersgerechte Assistenzsysteme für ein gesundes und unabhängiges Leben" zu entwickeln, die Senioren und pflegenden Angehörigen zugute kommen. Das Wohlfahrtswerk für Baden-Württemberg war an drei der ausgewählten Projekte beteiligt.

Das Verbundsforschungsprojekt GeniAAL hatte zum Ziel, eine berührungslose, gestenbasierte Steuerung für technische Assistenzsysteme zu entwickeln, um auf diese Weise ältere Menschen und pflegenden Personen in ihrem täglichen Leben zu unterstützen und zu entlasten.

Eine Sensorleiste bestehend aus verschiedenen Kameras bietet die technische Voraussetzung, um Personen, ihre Haltung und Gesten aus der Distanz zu erkennen, zu verfolgen und Handlungen darauf aufzubauen.

Ein Beispiel: Wenn ein älterer Mensch Hilfe benötigt, könnte es in Zukunft genügen, einfach zu winken. Über eine im Zimmer installierte Kamera, die diese Geste erkennt, kann automatisch ein Notruf aktiviert werden - und im Pflegeheim oder Krankenhaus die zuständige Pflegekraft alarmiert oder im häuslichen Umfeld ein Pflege- oder Rettungsdienst benachrichtigt werden.

Ein positiver Nebeneffekt der gestengesteuerten Funktionsweise: Da keinerlei Berührung stattfindet, kann die Übertragung von Krankheitserregern wie Viren oder Bakterien vermindert werden.

Das Gesamtziel des Verbundprojektes war die erfolgreiche Entwicklung und Erprobung einer berührungslosen, gestenbasierten Benutzerschnittstelle, welche Menschen in ihrem täglichen Leben bei der Interaktion mit technischen Assistenzsystemen unterstützt. Dabei war das Wohlfahrtswerk für Baden-Württemberg im Rahmen des Projektes maßgeblich bei der Anforderungsanalyse beteiligt. Hier ging es darum, Gesten zu identifizieren, die von Personen mit und ohne motorischen und kognitiven Einschränkungen ausgeübt werden können und gleichzeitig von der Technik erkannt werden.

Außerdem war das Wohlfahrtswerk für Baden-Württemberg für die Implementierung bei den Praxispartnern zuständig. Hier sollten Testpersonen akquiriert und geschult werden, sowie das entwickelte System bei den beteiligten Einrichtungen getestet werden. Ziel war die technische und ökonomische Evaluation des Gesamtsystems.

Projektlaufzeit: Januar 2012 bis Dezember 2013

Projekthomepage

Weitere Informationen

Das Projekt und seine Förderer

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Projektpartner

Wohlfahrtswerk für Baden-Württemberg, Stuttgart

Anwender

Aerpah Klinik, Esslingen

Anwender

Fraunhofer-Institut für Arbeitswissenschaft und Organisation IAO, Stuttgart

Analyse und Evaluation

Hochschule für Technik, Stuttgart

Entwicklungspartner

CIBEK GmbH

Entwicklungspartner

Beteiligte Einrichtungen

Kontakt Projektleitung

Gregor Senne

Projektleitung

Gregor Senne